Samstag, 2. Dezember 2017

The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D (1998/2011)




Was ist zu diesem Spiel noch zu sagen, was nicht schon längst gesagt wurde? Wahrscheinlich ist tatsächlich nichts mehr offen, aber hier meine Gedanken. Ich habe das Spiel bereits als Kind auf dem N64 gespielt, aber nie komplett durchbekommen. Nun wurde es auf dem 3DS Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen – als Meilenstein der Videospielgeschichte gilt es, für viele Fans gar als das beste Videospiel aller Zeiten. Um gleich mein Urteil vorwegzunehmen: Es ist in der Tat ein bemerkenswertes Spiel, mit einer Liebe zum Detail, die neuere Spiele heutzutage oftmals vermissen lassen. Dennoch halte ich es im Allgemeinen für überbewertet.

Der gesamte Soundtrack von Koji Kondo ist ein Genuss für die Ohren, stets passend untermalt er die aktuellen Szenen. Am besten gefiel mir dabei etwa die Musik der wegweisenden Eule oder die der Gerudo-Festung. Wohlige Erinnerungen an die Soundtracks von Old-School Titeln wie Chrono Trigger wurden mir dabei hervorgerufen. Wunderschön ist auch das Charakterdesign; egal ob ich mir den unablässig essenden Klops mit den Wunderbohnen ansehe oder den riesigen Goronen, dem man seine Augentropfen bringen muss, den verrückten Musikanten im Windrad von Kakariko oder natürlich das Flöte spielende Skull Kid, jedes Mal sind die Figuren toll designt. Gerade in Hinblick auf die Quest mit den Augentropfen, an deren Ende das starke Biggoron-Schwert steht, muss auch das allgemeine Questdesign lobenswert erwähnt werden. Allerdings sind diese schönen Quests nur Nebenquests und damit auch eher mal verpassbar (auch z. B. später in Majora’s Mask die wunderbare Anju & Kafei Quest).

Die Hauptaufgabe des Spiels besteht darin, verschiedene Tempel zu durchforsten und die jeweils am Ende wartenden Bosse zu besiegen, um am Ende mächtig genug zu sein, um den bösen Ganondorf zu besiegen und die entführte Prinzessin Zelda zu befreien. Dabei erlangt man stetig neue Ausrüstung und Verbündete, lernt Lieder auf der Okarina, mit denen man sich an verschiedene Orte teleportieren kann und mit denen man, richtig eingesetzt, verschiedene Rätsel lösen kann. Nach den ersten drei Tempeln ist der kleine Protagonist Link in der Lage, das Master Schwert zu bekommen, wonach er 7 Jahre in die Zukunft springt und als erwachsener Link sein weiteres Abenteuer bestreitet. Durch das Zurücklegen des Schwertes kann dieser Vorgang rückgängig gemacht werden. Auf diese Weise kann der Spieler zwischen Kind und Erwachsenem hin und her springen und die Welt entsprechend für die Zukunft beeinflussen. In gewisser Hinsicht hat dieses Spiel dann auch einen Entwicklungsbogen wie ein normales Leben: zuerst ist man der kleine Link, der noch keine Ausrüstung oder Fähigkeiten hat, der dann zunächst langsam erste kleine Proben und Kämpfe bestehen muss und dann zum Erwachsenen heranreift. Er kann sein zukünftiges Pferd Epona noch als Folen gut behandeln und dann im Erwachsenenalter für sich gewinnen. Das alles ist so liebevoll gestaltet, dass man den grünen Kokiri-Jungen sehr ins Herz schließen möchte.

Nicht sehr gefallen hat mir allerdings das sehr gemächliche Tempo des Spieles. Bis man das Pferd bekommt, muss man ständig durch Ausweichrollen voranschreiten, wenn man etwas schneller von A nach B kommen möchte. In Majora’s Mask konnte man sich bspw. die Maske der Hasenohren aufsetzen, mit denen man wesentlich schneller vorankam. Dazu ist die riesige Ebene von Hyrule für heutige Standards sehr stumpf und beinahe leblos. Die Fischen-Nebenquest fand ich sehr deprimierend und nervtötend. Der Wassertempel ist sehr komplex, was aber auch ein positives Argument sein kann. Dass die Kamerasteuerung durch einen Patch nicht auf den C-Stick des New 3DS ausgelagert wurde, wie bei Majora’s Mask, ist auch ein Versäumnis, obwohl ich mich an das ständige Zentrieren mit L schnell gewöhnt habe. Dass das Spiel trotz dieser klaren Mängel als fehlerfreies, perfektes Spiel gefeiert wird, kann ich so nicht akzeptieren und muss für mich ein anderes Fazit ziehen.

Natürlich ist es ein Ausnahmetitel der kaum Schwächen hat, aber dennoch: sie sind da. Allein aus diesem Grund kann es keine 10 Punkte geben. Majora‘s Mask, das stellenweise ähnliche, stellenweise andere Schwächen hat, gefiel mir in seiner Gesamtheit noch besser, und ich sehe es als das beste Zelda an – zumindest von denen, die ich gespielt habe, und neben den beiden hier erwähnten zählt dazu lediglich noch der 3DS Titel „A Link Between Worlds“. Ocarina of Time ist ohne Zweifel ein hervorragendes Spiel, das zu Recht als Meilenstein angesehen wird, allerdings ist es in meinen Augen wirklich überbewertet. Und wenn ich an ein völlig fehlerfreies Spiel denke, fallen mir andere Titel ein, die dem doch näher kommen. Trotzdem: wer diesen Zelda-Teil noch nicht gespielt hat, macht auf keinen Fall etwas falsch damit, dies nachzuholen. Sehr viel besser als die ständig recycelten AAA-Titel heutzutage ist es allemal.

Entwicklerstudio: Nintendo EAD
Publisher: Nintendo
Erscheinungsjahr: 1998
Plattform: N64 / 3DS

Wertung: 9 / 10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen