Seiten

Sonntag, 4. Juni 2017

Vorwort

Ich bin kein Literaturkritiker. Ich bin kein Geschichtsexperte. Ich bin kein Germanist, kein Journalist, kein Theologe oder Philosoph. Was ich allerdings sehr wohl von mir behaupten mag, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben: ich bin ein begeisterter Leser. Von Zeit zu Zeit auch ein Hobby-Schriftsteller. Vor diesem Gesichtspunkt befasse ich mich mit gelesenen Werken aus ganz unterschiedlichen Zeiten – von Goethe und noch älteren Klassikern bis zur zeitgenössischen Literatur; kurz: alles was mich persönlich so sehr interessiert, dass ich es komplett durchlese.
Ich kann bereits sagen, dass dies grundsätzlich ältere Werke sind, denn der Begriff des Klassischen fasziniert mich auf eine so seltsame Weise, dass ich bedeutende Werke um ein unbeschreiblich hohes Vielfaches der heutigen Literatur bevorzuge. Schon einige Werke von aktuellen SchriftstellerInnen habe ich gelesen und wurde doch stets irgendwie enttäuscht zurückgelassen; zu seicht und zu langweilig, zu offensichtlich gezwungen, zu gewollt provokant meist. Das heißt mitnichten, dass es heute keine lesenswerten Autoren mehr gibt, denn einige wenige meiner liebsten sind noch immer aktiv. Dennoch erscheint es mir so, als würde die Zahl derer, die ernste, tiefgreifende, bewegende Literatur zustande bringen, verschwindend gering werden.
Freilich wird es mir im direkten Vergleich zur professionellen Literaturkritik an einigen Stellen fehlen – jedoch möchte ich diesem Anspruch gar nicht zwingend genügen. Die fachlichen Mängel versuche ich mit Authentizität auszumerzen, denn oftmals habe ich das Gefühl, ein zu analytischer Ansatz verdirbt einem den eigentlichen Genuss der Lektüre. Der Grund, weshalb ich mich zum Verfassen der Rezensionen entschieden habe, ist der, dass ich nach dem Lesen eines Buches oft das Bedürfnis verspüre, meine manchmal sehr aufgewühlten Gedanken dazu im Nachgang festzuhalten. Direkt nach der Lektüre bin ich noch in der Lage, meine Gedanken zum Buch zu greifen, zu ordnen, während dies schon nach wenigen Tagen rapide abnimmt, ich mich schon an Einzelheiten des Buches gar nicht mehr recht erinnern kann. Ich möchte meine Gedanken niederschreiben, sodass meine Meinung zu den Büchern irgendwo einen Platz hat und dann in meinem Kopf wieder Raum für neue, ebenso lesenswerte Geschichten entsteht. In diesem Sinne erhebe ich mit meinen Rezensionen keinen Anspruch auf Vollständigkeit, keinen Anspruch auf Aussagekraft oder Professionalität oder geschichtliche Korrektheit. Es sollen lediglich meine Gedanken zu den Werken festgehalten werden, und natürlich werden diese höchst subjektiv sein. Außerdem sollen nicht ausschließlich Bücher und Literatur behandelt werden, sondern auch andere Medien, die mich brennend interessieren: Filme, Musik, Videospiele. Beiträge schreibe ich nur über Bücher, zu denen ich was loswerden möchte. Da ich Vollzeit arbeite, nur in meiner Freizeit so viel wie möglich lese und darunter ziemlich dicke und anspruchsvolle Brocken sind, kann es auch mal ein paar Wochen dauern, bis ich ein Buch geschafft habe. Sollte jedoch irgendwann ein armer Tor sich auf diese Seiten verirren, so kann ich nur hoffen, ihm mit meinen Aufzeichnungen ein wenig den Weg leuchten zu können, dahin, wo es zu guter Lektüre geht und wo nicht. Sollte es sich ergeben, dass manch ein durchs Internet Wandernder sich zu einem Kommentar getrieben fühlt, heiße ich dies sehr willkommen. Viel Spaß!

Kommentare:

  1. Einen echt feinen Literaturblog hast du da! Und vor Deiner Titelauswahl bzw. Deinem Büchergeschmack kann ich nur den Hut ziehen. Selbiges für die ausführlichen, fundiert begründeten Rezension.
    Viel Spaß weiterhin bei Deiner Lektüre und vor allem natürlich am Bloggen.

    Beste Grüße aus dem Spessart in die hessische Nachbarschaft
    Stefan

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Stefan,

      vielen Dank für die lobenden Worte! Es freut mich sehr, dass dir meine Rezensionen gefallen. Schau doch von Zeit zu Zeit einfach wieder vorbei, ich bemühe mich so oft es geht Beiträge zu schreiben.

      Beste Grüße

      Löschen