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Mittwoch, 18. April 2018

Haruki Murakami - Die Ermordung des Commendatore (2017)




Murakami ist einer der wenigen zeitgenössischen Autoren, bei denen ich auf jedes neue Buch gespannt warte, welches ich dann blind und sofort kaufe. Nach seinem letzten Roman „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“, welchen ich ganz hervorragend fand, ist nun also sein neuester Roman, „Die Ermordung des Commendatore“, in zwei Bänden auf Deutsch verfügbar. Nach dem eher durchwachsenen Leseerlebnis eines älteren Murakamis, „Hard-boiled Wonderland“ im letzten Sommer, hatte ich ein paar Bedenken. Der „Commendatore“ konnte mir diese jedoch relativ schnell nehmen – er zählt definitiv zu den besseren Büchern des Autors.

Dienstag, 10. April 2018

Neil Gaiman – The Sandman (1989-1996)




Es passiert relativ selten, dass ich ganz nebenbei von einem Buch, einer Geschichte oder einem Setting erfahre, und sofort Lust bekomme, alles stehen und liegen zu lassen, nur um ausschließlich dort hinein zu tauchen. Zu groß ist mein Berg an ungelesenen Büchern, ungesehenen Filmen, ungespielten Spielen, als dass sich eine Geschichte da so vordrängeln könnte. Normalerweise. Denn „The Sandman“ hat es zustande gebracht, und der ungewöhnlich große Umfang von etwas über 2000 Seiten hat mich noch dazu sehr lange gebunden. Nach bisher nur einem eher unglücklichen Ausflug in die Manga-Welt (ein Band von „Ikigami“) war dies nun mein erster Comic überhaupt – und trotz aller anfänglichen Befremdung mit dem Medium habe ich jede Seite genossen.

Montag, 26. Februar 2018

Tschingis Aitmatow - Dshamilja (1958)



Dieser kurze Roman erzählt in erster Linie eine große Liebesgeschichte, so groß, dass es schon faszinierend ist, wie Aitmatow das Ganze auf gerade mal 100 Seiten auszubreiten schafft. Ich habe ihn fast am Stück durchgelesen; einerseits, weil es bei dem Umfang machbar ist, andererseits, weil er gerade in der zweiten Hälfte enorm fesselnd wurde.

Mittwoch, 21. Februar 2018

J. D. Salinger – The Catcher in the Rye (1951)




Tatsächlich war es dieser Roman, der mich im jugendlichen Alter ursprünglich für die ernstere Literatur begeistern konnte. Seitdem ist es unumstößlich unter meinen Lieblingsbüchern, ich habe es nunmehr bereits zwei Mal auf Deutsch und jetzt zum dritten Mal auf Englisch gelesen. Die Originalsprache ist wirklich der way-to-go, wenn es um dieses Buch geht; die Wortwahl ist nicht sehr anspruchsvoll, und die geschaffene Atmosphäre ist hier ungleich intensiver, einfach besser. Auch nach so vielen Durchgängen hat sich meine Begeisterung für das Buch nicht im Geringsten vermindert.

Samstag, 10. Februar 2018

Jean-Paul Sartre - Der Ekel (1938)




Sartre war einer der größten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Er war ein Hauptvertreter des Existenzialismus und legte mit seinem monumentalen Werk „Das Sein und das Nichts“ das Fundament für diese Philosophie. „Der Ekel“ ist der erste und einer der wichtigsten Romane, der die existenzialistischen Ideen zu verarbeiten versuchte. Dem zunächst einseitig, später nahezu vollständig erblindeten Sartre wurde 1964 der Literaturnobelpreis zugesprochen, den dieser allerdings ablehnte entgegenzunehmen.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Richard Adams - Unten am Fluss (1972)





Auf dieses Buch stieß ich durch die Post-Hardcore Band Fall of Efrafa, deren Musik ich sehr schätze. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich herausgefunden hatte, dass deren Albumtrilogie (Owsla, Elil, Inle) mehr oder weniger eine Vertonung der Geschichte dieses Romans darstellte; und angesichts der düsteren, aber auch wunderschönen Musik, die diese Band für geeignet genug zur Versinnbildlichung des Romans hielt, war mein Interesse geweckt. Einigermaßen überrascht war ich anschließend, als ich feststellte, dass es sich bei „Unten am Fluss“ (engl. Titel: „Watership Down“) um eine große Abenteuerfabel mit Kaninchen in der Hauptrolle handelt.

Montag, 1. Januar 2018

Heinrich Spoerl - Die Feuerzangenbowle (1933)




Mit dem Untertitel „Eine Lausbüberei in der Kleinstadt“ wird der Leser vor der ersten Seite bekannt gemacht, und schnell wird klar, dass es sich um ein durchaus humoristisches Werk handelt. Ich finde, dass es eine nette kleine Geschichte für zwischendurch ist, auch weil man das Buch ziemlich schnell durchlesen kann.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Fjodor Dostojewski - Die Brüder Karamasoff (1880)




Gleich zur Sache, ohne Umschweife: In „Die Brüder Karamasoff“ erzählt Dostojewski die Geschichte vom wohl berühmtesten Vatermord in der Chronik der Weltliteratur. Ja, dieser Spoiler ist absolut unvermeidbar, wenn man etwas über das Buch loswerden möchte, und dieses Ereignis dürfte als derart allgemein bekannt vorausgesetzt werden wie etwa der verzweifelte Suizid der Anna Karenina. Es ist ein mächtiges psychologisches Werk, in dem alle Motive und stilistischen Eigenheiten Dostojewskis in einer Art von ekstatischem Schaffensrausch auf ein letztes Mal von dem großen russischen Schriftsteller kulminiert wurden.

Montag, 11. Dezember 2017

Final Fantasy VII (1997)




Final Fantasy VII ist ein weiteres Spiel, das schon sehr lange auf meiner To-Do-Liste stand. Der schiere Umfang eines großen Rollenspiels schreckt mich oft ab, es auch zu beginnen, einfach weil man sehr lange daran gebunden ist; mit schlussendlich über 50 Stunden Spielzeit war auch dieses eines davon. Gelohnt hat es sich dennoch auf jeden Fall, auch wenn es einzelne Dinge gibt, die mich beim Spielen gestört haben.

Samstag, 2. Dezember 2017

The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D (1998/2011)




Was ist zu diesem Spiel noch zu sagen, was nicht schon längst gesagt wurde? Wahrscheinlich ist tatsächlich nichts mehr offen, aber hier meine Gedanken. Ich habe das Spiel bereits als Kind auf dem N64 gespielt, aber nie komplett durchbekommen. Nun wurde es auf dem 3DS Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen – als Meilenstein der Videospielgeschichte gilt es, für viele Fans gar als das beste Videospiel aller Zeiten. Um gleich mein Urteil vorwegzunehmen: Es ist in der Tat ein bemerkenswertes Spiel, mit einer Liebe zum Detail, die neuere Spiele heutzutage oftmals vermissen lassen. Dennoch halte ich es im Allgemeinen für überbewertet.

Samstag, 11. November 2017

Rainer Maria Rilke - Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)





Von Rilke kannte ich bislang nur Einzelnes seiner Lyrik – sie ist vollkommen, unerschöpflich. Immer wieder findet man neue Facetten und Bilder, und viel davon habe ich bei der Lektüre seines einzigen Romans (den er selbst nie als Roman bezeichnet hatte) wiederentdeckt. Mit welcher Lust an der Sprache, und mit welcher Kunstfertigkeit er in den wenigen Worten des Dichters die Essenz der Dinge zu erfassen versteht, das zu lesen war eine große Freude.