Sonntag, 10. März 2019

Fjodor Dostojewski – Böse Geister (1873)




Geschrieben von Maurice

Zunächst war ich bei dem Gedanken daran, eine Rezension zu "Böse Geister" zu schreiben, überfordert, da mir das Buch schon während des Lesens ungemein kompliziert vorkam. Nun habe ich die schwere Kost verdaut und traue mich doch noch an eine Wiedergabe meines Eindrucks. Dostojewskis Anlass für diesen Roman war der Mord eines Studenten, der einer revolutionären Untergrundorganisation angehörte. Umgebracht wurde er von einem seiner Mitstreiter. "Böse Geister", auch bekannt als "Die Dämonen", untersucht und kritisiert die damalige revolutionäre und nihilistische junge Generation, die im Namen einer vermeintlich großen Sache das System stürzen wollte. Und dazu sogar, wenn nötig, die eigenen Kameraden umbringt…

Sonntag, 3. März 2019

Stefan Zweig – Sternstunden der Menschheit. Historische Miniaturen (1927)




Geschrieben von Maurice

Ende 2018 hat Alex Band 2 der geplanten siebenteiligen Ausgabe Stefan Zweigs erzählerischen Werks vom Paul Zsolnay Verlag rezensiert. Als großer Stefan Zweig-Fan kann ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir ebenfalls diese schöne neue Gesamtausgabe anzueignen und so kam es dazu, dass ich aus diesem Anlass zum zweiten Mal Zweigs Sternstunden der Menschheit, Band 1 des erzählerischen Werks, gelesen habe.

Sonntag, 17. Februar 2019

Michael Chabon – Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay (2000)





Geschrieben von Alex

Mit Kavalier & Clay hat der amerikanische Schriftsteller Michael Chabon, Jahrgang 1963, einen umwerfenden fantastischen Roman erschaffen, der vor Nostalgie, Freundschaft und historischer Genauigkeit strotzt, und der sicherlich nicht zuletzt dafür 2001 den begehrten Pulitzer Preis gewonnen hat. Auf über 800 Seiten wird die Geschichte der zwei Freunde ausgebreitet, die davon träumen, im Amerika zur Zeit des Zweiten Weltkriegs erfolgreiche Comics zu erschaffen.

Sonntag, 3. Februar 2019

Milan Kundera – Das Buch vom Lachen und Vergessen (1979)





Geschrieben von Alex

Dieser Roman Kunderas besteht aus sieben Teilen, in denen weniger eine einzige konsistente Geschichte erzählt wird, sondern vielmehr sieben motivische Miniaturen behandelt werden. Es gibt in späteren Teilen Bezüge auf Vorkommnisse und Figuren von früheren Teilen, aber vieles kann auch für sich selbst stehend gelesen werden. Kundera schreibt in einem späteren Teil im Buch sinngemäß davon, dass dieser Roman ein Pendant zu einer musikalischen Variation darstelle, in deren Zentrum die Figur der Tamina stehe. Das Buch hat es mir irgendwie nicht leicht gemacht, obwohl ich es zu lesen sehr genossen habe.

Sonntag, 27. Januar 2019

Jeffrey Eugenides – Die Liebeshandlung (2011)




Geschrieben von Alex

Als ich den Namen des Autors zum ersten Mal gehört habe, dachte ich, es wäre ein alter griechischer Philosoph – Eugenides. Tja, schnell stellte sich heraus, dass er das nun nicht gerade war, aber man kann bestimmt nicht verleugnen, dass der Name entsprechend anmutet. Jeffrey Eugenides ist Jahrgang 1960, hat inzwischen drei Romane und diverse Erzählungen geschrieben und lehrt Kreatives Schreiben an der Princeton University. Reichlich vielversprechend also – auch das, was einmal mehr der Bookchemist von dem Buch erzählt. Ich wurde nicht enttäuscht.

Sonntag, 20. Januar 2019

Gustave Flaubert – Madame Bovary (1856)




Geschrieben von Maurice

Kurz vor meiner Parisreise wollte ich mich darauf mit einem angemessenen französischen Buch einstimmen, aber meine Erwartungen stellten sich als falsch heraus. Die Handlung Madame Bovarys spielt nicht etwa in der schillernden Hauptstadt, sondern in kleineren Ortschaften wie Rouen und Yonville. Flaubert schreibt dabei sehr angenehm und mit Witz, teilweise sehr bildlich, aber stets mit solch gemütlichem Tempo, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Dennoch gab es für mich auch gewisse Schwächen.

Sonntag, 13. Januar 2019

James Baldwin – Von dieser Welt (1953)




Geschrieben von Alex

Der vorliegende Debutroman von James Baldwin erschien 1953 mit dem englischen Originaltitel „Go Tell It on the Mountain“. Baldwin war damals kaum 30 Jahre alt und verarbeitete in diesem Werk seine sehr persönlichen Erfahrungen, namentlich in Hinsicht auf das Großwerden in einer religiösen und rassistisch geprägten Umgebung. Heute gilt der 1987 verstorbene Baldwin mit seiner Person und seinem Schaffen als womöglich wichtigste Stimme in der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung gegen Afroamerikaner.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Jonathan Franzen – Die Korrekturen (2001)




Geschrieben von Maurice

Bisher konnte ich mit zeitgenössischer Literatur wenig anfangen, was aber zugegebenermaßen auch daran liegen mag, dass ich mich nicht wirklich weiter damit auseinandersgesetzt habe. Dennoch habe ich wie so oft Alex‘ Wort blind vertraut und mir eine gebrauchte Hardcover-Ausgabe von "Die Korrekturen" des mir bis dato unbekannten Autors Jonathan Franzen gekauft. Und – um es zu kurz zu fassen – Alex hatte mal wieder Recht. Die Korrekturen machen mir Lust, mich mehr mit der aktuellen Literatur auseinanderzusetzen. Und während ich diese Rezension verfasse, lese ich, dass "Die Korrekturen" laut BBC eines der bislang wichtigsten literarischen Werke des 21. Jahrhunderts sein soll und es für das Time-Magazin zu den besten 100 zwischen 1923 und 2005 veröffentlichten englischsprachigen Büchern zählt. Da ist Alex wohl auf Nummer sicher gegangen, um mein weiteres Interesse zu wecken.

Sonntag, 16. Dezember 2018

Stefan Zweig – Vergessene Träume. Die Erzählungen, Band 1: 1900 - 1911 (2018)




Geschrieben von Alex

Durch Zufall stieß ich in der Buchhandlung auf das sehr schöne Cover dieses Buches von Stefan Zweig. Das Zusammenspiel der Farben hat es mir sofort angetan, und ich musste genauer hineinsehen. Es ist neben „Sternstunden der Menschheit“ der bislang zweite veröffentlichte Band einer auf sieben Bände angelegten Reihe von Stefan Zweigs episch-fiktionalen Texten. Dieser ehrenwerten Aufgabe nimmt sich der österreichische Zsolnay Verlag an und versieht jeden Band mit wissenschaftlich relevanten, kritischen Anhängen: Überlieferung, Entstehung, Quellen, und Stellenkommentar.

Dienstag, 20. November 2018

Thomas Pynchon – Die Enden der Parabel (1973)




Geschrieben von Alex

In Erinnerung an meine Lektüre von David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ vor ziemlich genau einem Jahr habe ich Lust auf eine neue große Lese-Herausforderung bekommen. Ich musste nicht lange überlegen, um eine kleine Auswahl der in Frage kommenden Bücher aus meinem Stapel aufzustellen, und Thomas Pynchons großer Roman „Gravity’s Rainbow“ (in der Folge nur noch GR) war einer davon. Der letzte notwendige Impuls zur Entscheidung fiel dann sehr zufällig, indem der hervorragende YouTuber „The Bookchemist“ genau in diesem Moment zu einem gemeinsamen Lesen des Romans aufrief. Und was für eine Herausforderung ich bekommen habe.

Sonntag, 18. November 2018

Fjodor Dostojewski – Aufzeichnungen aus einem Totenhaus (1862)




Geschrieben von Maurice

Dostojewskis "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus" ist ein autobiographischer Bericht über seine vierjährige Häftlingszeit in Sibirien. Die Handlung beschränkt sich auf eine Rahmengeschichte, in der ein Ich-Erzähler in einer sibirischen Stadt die Aufzeichnungen eines verstorbenen ehemaligen adeligen Sträflings auffindet, in denen von seiner zehnjährigen Haft im sibirischen Gefängnis berichtet wird. Im Weiteren werden in einzelnen Kapiteln unterschiedliche Aspekte des Sträflingslebens dargelegt. Auch bei den Aufzeichnungen wird eine Ich-Perspektive beibehalten, in der der Sträfling all seine Gefühle, Beobachtungen und Erkenntnisse schildert. Dabei werden immer wieder fließend Gespräche im Romanstil in die Schilderungen eingewoben. Dostojewski führt den Leser durch das Gefängnisleben, fast schon, als wäre dieser ein Mithäftling.