Sonntag, 14. Oktober 2018

Louis-Ferdinand Céline – Reise ans Ende der Nacht (1932)






Geschrieben von Maurice

„Die meisten Menschen sterben erst im letzten Augenblick; die andern fangen früher damit an und greifen um zwanzig Jahre vor, manchmal noch mehr. Das sind die Unglücklichen auf Erden.“ (S. 40)

Samstag, 13. Oktober 2018

Boris Vian – Der Schaum der Tage (1947)






Geschrieben von Alex

Boris Vian sagte mir vor diesem Buch nichts. Ich stieß auf ihn durch eine Empfehlung, die mir einen surrealistischen Stil versprach und vom Autor erzählte, dass er an der Jazz-Trompete tätig gewesen sei. Das war genug, um mein Interesse zu wecken, und bereits nach kurzer Recherche fand ich heraus, als wie bedeutend der vorliegende Roman in der französischen Literatur gilt. Das Buch gefiel mir ausgesprochen gut.

Sonntag, 30. September 2018

Ronald Hayman – Marcel Proust: Die Geschichte seines Lebens (1990)




 Geschrieben von Maurice

Gleich im Anschluss an Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" habe ich mich in seine Biographie, geschrieben von Ronald Hayman, gestürzt. Ich wollte wissen, inwiefern der Ich-Erzähler aus dem Romanzyklus dem echten Marcel Proust entspricht und was er für ein Mensch gewesen sein muss, um solch ein Werk verfassen zu können. In 31 Kapiteln, die in sechs Teile aufgeteilt sind, die chronologisch Prousts Lebensabschnitte darstellen, soll laut Klappentext mit dieser Biographie dargelegt werden, durch welche äußeren Einflussfaktoren Proust den inneren Zustand erlangte, um "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" zu schreiben.

Montag, 24. September 2018

Dark Souls Remastered (2011 / 2018)





 Geschrieben von Alex

„Dark Souls“ ist der Name jenes Videospiels, das sich verantwortlich fühlen darf für das, was nur all zu selten einem einzelnen Werk zugute zu halten ist. Mehr noch als ein Meilenstein oder eine Revolution; das Begründen eines komplett eigenen Genres geht auf diesen Titel und seinen noch unpolierteren Vorfahren „Demon‘s Souls“ zurück. Ebenso berühmt wie berüchtigt ist das Spiel, das vor allem durch die Verbindung eines enorm hohen Schwierigkeitsgrades und quasi nicht existenter Spielerführung in einer gottverlassenen Welt kontinuierlich an der „Soulsborne“ genannten Messlatte des Action-RPG-Genres gemeißelt hat.

Sonntag, 2. September 2018

Lafcadio Hearn – Japans Geister (2015)




Geschrieben von Alex

Ein weiteres Buch im japanischen Kontext habe ich mit Lafcadio Hearn gelesen. Der vorliegende Band der Anderen Bibliothek fasst 17 Geschichten, Erzählungen und Reflektionen über das Land und seine Bewohner zusammen. Hearn war früh ohne Eltern und Zeit seines Lebens auf der Suche nach einer Heimat; geboren 1850 in Griechenland, dann Stationen in London, Frankreich, New Orleans, Karibik, New York, Philadelphia und schließlich Japan: Yokohama, Matsue und Tokyo, wo er 1905 verstarb. Die Texte dieses Bandes sind einzelnen Büchern aus den 1920er Jahren entnommen, in denen sie bereits in der deutschen Übersetzung von Berta Franzos vorlagen.

Sonntag, 26. August 2018

Marcel Proust - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1927)







 Geschrieben von Maurice

Für meine erste Rezension auf diesem Blog habe ich mir eines der monumentalsten Werke überhaupt ausgesucht. Schon lange habe ich Lust darauf gehabt, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust zu lesen, aber der Anschaffungspreis der sieben Bücher, selbst in gebrauchtem Zustand, war mir immer zu hoch. Glücklicherweise veröffentlichte Suhrkamp in 2017 eine aus drei Bänden bestehende Ausgabe für rund 50 Euro, welche ich mir also endlich zulegte. Schnell wurde mir klar, dass ich als Hobbyleser und Laie keineswegs die erforderlichen Kenntnisse besitze, die benötigt werden, um Auf der Suche nach der verlorenen Zeit in seinem vollen Umfang erfassen, geschweige denn einschätzen zu können, welchen künstlerischen Wert es besitzt. Dennoch versuche ich hier festzuhalten, welchen Eindruck das Werk und auch die Ausgabe an sich auf mich gemacht haben.

Sonntag, 19. August 2018

Aktuelles

Hallo, Freunde der Literatur,

mein guter Freund Maurice wird zukünftig den einen oder anderen Artikel zu seinen Lektüren auf dem Blog teilen. Den Anfang macht er mit dem riesigen Roman von Marcel Proust!

Zur besseren Unterscheidung, wer welche Artikel geschrieben hat, erwähne ich ab jetzt den Autoren direkt am Anfang des Textes.

Ein grober Wegweiser für den ersten Blick soll außerdem das Merkmal sein, dass meine Rezensionen meistens Bilder vor dem roten Hintergrund zeigen, und Maurice einen grünlichen Hintergrund einhält.

Ich freue mich darauf, auch seine Gedanken zu tollen Büchern hier darstellen zu können. Auch für die Regelmäßigkeit des Outputs auf dem Blog ist das natürlich zuträglich, zumal ich mir zwischen den Artikeln mittlerweile viel Zeit lasse. Einerseits, weil u. a. echt dicke Bücher dabei sind, andererseits, weil ich zu manchen Büchern einfach nichts zu sagen habe. Und warum sollte ich dazu dann groß etwas schreiben und mir was aus den Fingern saugen?

Den Blog schreibe ich nun jedenfalls schon über ein Jahr und ich freue mich ehrlich über jeglichen Besuch, der auf irgendeinem Wege hereinstolpert.

Nachtrag: Eine Punktewertung für jedes Werk fühlt sich für mich irgendwie nicht mehr richtig an. Ich weiß, dass in jedes einzelne Werk enorm viel Arbeit und Herzblut gewandert ist, und ich finde es nicht mehr angemessen, hier ein absolutistisches Urteil in Form einer Punktzahl zu vergeben. Auf den ersten Blick mag eine solche Wertung zur groben Einordnung hilfreich sein, aber ich finde, dass dabei viele Faktoren rund um das Werk herum außer Acht gelassen werden, dass diese Bewerungen unfair und unangebracht sind. Im Grunde sollte es der Rezension keinen Abbruch tun, wenn die Wertung einfach ausbliebe - und darum versuche ich das ab jetzt auch so.

In diesem Sinne,
Frohes Lesen! 

Sonntag, 12. August 2018

Thomas Bernhard - Holzfällen (1984)






Nach der großen Glenn Gould-Widmung „Der Untergeher“, welches ich ziemlich genau vor einem Jahr gelesen habe, liegt mir nun ein weiterer Roman Bernhards vor. Bezeichnenderweise trägt das Buch jedoch nicht den gängigen Untertitel „Roman“, sondern „Eine Erregung“. Ich wunderte mich, was es wohl damit auf sich hatte, und wurde bald auf deutliche Weise fündig. Viele Eindrücke beim „Untergeher“ wiederholten sich, störten mich aber nicht mehr so wie damals. Vielleicht war ich nun auf das vorbereitet, was mit Bernhards Sprache auf mich zukommen würde – jedenfalls hat mir das Lesen viel Spaß gemacht.

Sonntag, 29. Juli 2018

J. M. Coetzee – Schande (1999)





Man soll zwar das Buch nicht nach seinem Cover beurteilen, aber unweigerlich ist es doch ein entscheidender Faktor bei der Frage, ob man ein Buch kauft, das man nicht – oder nur in Ansätzen kennt. Im Falle von „Schande“ hat mich das Cover sofort gefangen und ohne zu wissen, worum es in dem Buch geht, wollte ich es lesen. Es ist mein erster Kontakt mit dem südafrikanischen Autor Coetzee, der im Jahre 2003 den Literaturnobelpreis erhalten hat und dadurch freilich eine gewisse Erwartungshaltung bei mir erzeugte.

Sonntag, 15. Juli 2018

Jewgeni Samjatin - Wir (1920)






Bereits im Jahre 1920 zeichnete Samjatin mit seinem Roman „Wir“ das dystopische Szenario einer Gesellschaft ohne Individualität. Er schielte dabei auf das Heranwachsen des sowjetischen Kommunismus und zeigte damit vor der eigentlichen Etablierung dieses Systems außerordentlichen Scharfsinn und Weitsichtigkeit. Das Ergebnis ist nichts Geringeres als der Urvater und das Vorbild, mindestens jedoch wesentlicher Einfluss für alle später folgenden Dystopien: Aldous Huxley mit „Schöne neue Welt“ (1932), George Orwell mit „1984“ (1949), Ray Bradbury mit „Fahrenheit 451“ (1953) – um nur die größten zu nennen.

Sonntag, 8. Juli 2018

Ryūnosuke Akutagawa - Rashomon (1927)




Akutagawa gilt als der Begründer und Meister der japanischen Kurzgeschichte. Neben Natsume Sōseki nimmt er eine besondere Position in der modernen japanischen Literatur ein, denn im geschichtlichen Kontext waren es gerade diese beiden, die sich von dem allgemeinen Bestreben der Nachahmung westlicher Einflüsse im Zuge der Meiji-Regierung lösen und vielmehr eine japanische Eigeninterpretation in der Literatur versuchen wollten.