Sonntag, 18. August 2019

Michail Bulgakow – Das hündische Herz (1925)




Geschrieben von Maurice

Eine der ersten Rezensionen auf diesem Blog war zu „Der Meister und Margarita“ von Bulgakow und fiel sehr positiv aus. Alex spricht nach wie vor in den höchsten Tönen davon, wohingegen ich es nur in Ordnung fand. Mit "Das hündische Herz" (früher "Hundeherz") habe ich nun einen weiteren Roman von Bulgakow gelesen.

Sonntag, 11. August 2019

Thomas Pynchon – Bleeding Edge (2013)




Geschrieben von Alex

Als abschließende Worte des 30. Kapitels lässt Pynchon seine Protagonistin Maxine nach nunmehr über 400 Seiten denken: „Was also ist hier los, verdammt?“ Inzwischen ist die Pynchon-Paranoia komplett: die Dotcom-Blase ist geplatzt, 9/11 steht kurz bevor und die Privatermittlerin Maxine findet sich inmitten von bis zur Karikatur gezeichneten Bösewichten wieder. Die Integrität, mit der der Altmeister der literarischen Postmoderne darüber hinaus Szenebegriffe des Internets, der Videospielkultur und des Nerdtums verarbeitet, ist angesichts seines Alters von 76 Jahren zur Zeit der Veröffentlichung des Romans nichts Geringeres als respekteinflößend.

Sonntag, 4. August 2019

Amos Oz – Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (2002)




Geschrieben von Maurice

Manchmal liest man ein Buch und ist so sehr davon begeistert, dass man Lust hat, mehr von dem Autor zu lesen. Auf Basis des ersten Buchs hat man gewisse Vorstellungen davon, was einen in den anderen Büchern erwarten könnte und stellt sich darauf ein. Ich brauchte allerdings tatsächlich ca. 500 Seiten, bis ich mich mit "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" anfreunden konnte. Anders als bei "Judas" handelt es sich hierbei um einen Roman im autobiografischen Erzählstil: Amos Oz, früher Amos Klausner, schreibt darüber, wie und wo er aufgewachsen ist, wer die Menschen in seinem Umfeld gewesen sind und was das jüdische Leben ausmacht. Eine Handlung im herkömmlichen Sinn gibt es nicht: Oz beschreibt in erster Linie Orte und Menschen.

Sonntag, 28. Juli 2019

Neil Gaiman – American Gods (2001)




Geschrieben von Alex

Als ich kürzlich mal wieder die Classic Rock Band Creedence Clearwater Revival gehört habe, musste ich unweigerlich an meine Lektüre von Neil Gaimans Sandman zurückdenken. Zu der Zeit, als ich diesen Comic gelesen habe, habe ich CCR wirklich rauf und runter gehört, und ironischerweise ließ auch Gaiman manche Songs von ihnen im Sandman laufen. Seitdem sind CCR und der Sandman irgendwie in meinem Denken miteinander assoziiert, und da ich den Comic absolut umwerfend fand, bekam ich spontan Lust auf mehr Gaiman. Ich wollte diesmal einen richtigen Roman von ihm lesen und entschied mich für „American Gods“. Leider fand ich die Begeisterung für den Sandman hier nicht wieder.

Sonntag, 21. Juli 2019

William Faulkner – Das Dorf (1940)





Geschrieben von Maurice

Seitdem ich weiß, dass sich die Metalcore-Band As I Lay Dying nach dem gleichnamigen Roman von William Faulkner benannt hat, habe ich Interesse daran, diesen zu lesen. Fast zehn Jahre sind seitdem vergangen, bis ich endlich einen Roman von ihm zur Hand nehme. Doch handelt es sich dabei nicht um "Als ich im Sterben lag" sondern um "Das Dorf", auf das ich vor kurzem zufällig auf einem Flohmarkt gestoßen bin. Dabei wusste ich jedoch nicht, dass "Das Dorf" der erste Teil der Snopes-Trilogie ist. Teil zwei, "Die Stadt", und Teil drei, "Das Haus", sind ganze 17 bzw. 20 Jahre nach "Das Dorf" erschienen.

Sonntag, 14. Juli 2019

Gabriel García Márquez – Die Liebe in den Zeiten der Cholera (1985)





Geschrieben von Maurice

Nach Marquez‘ Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" habe ich mich mit der Person und den weiteren Werken des Autors auseinandergesetzt und dabei erfahren, dass "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" nicht dem Magischen Realismus angehört. Ich wollte eine weitere Seite von Marquez kennenlernen und habe mich daher für dieses Buch als meinen zweiten Roman von ihm entschieden.

Sonntag, 30. Juni 2019

José Saramago – Die Stadt der Blinden (1995)




Geschrieben von Alex

"Die Stadt der Blinden" erzählt unter der Prämisse einer unerklärlichen Blindheitsepidemie von der Entstehung eines sozialen Gefüges während einer militärisch durchgeführten Quarantäne der Erkrankten. Saramago, der erste portugiesische Literaturnobelpreisträger, versieht die Geschichte neben der reinen Handlung auch mit passenden stilistischen Elementen, die das ganze Setting sehr greifbar machen. Es ist ein spannendes Konzept, dem zwar eine logische Erklärung fehlt, das aber abgesehen davon sehr gut funktioniert und in sich schlüssig ausgearbeitet wird.

Sonntag, 23. Juni 2019

André Gide – Die Falschmünzer (1925)




Geschrieben von Alex

Gides „Falschmünzer“ stand als wegweisender Roman der modernen Literatur schon lange auf meiner Leseliste. Was mir neu war, war Gides Homosexualität, die in diesem Roman durchaus an vielen Stellen eine wichtige Rolle spielt, indem er ebendiese seinen Figuren überträgt. Das Ausmaß seines offenen Bekenntnisses zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Verarbeitung dessen in dem Roman und welche wichtige Rolle Gide dadurch historisch gesehen im Kampf um Gleichberechtigung und mehr Toleranz innehat, fand ich schon sehr spannend.

Sonntag, 16. Juni 2019

Music Spotlight #2



Geschrieben von Alex

Musik macht einen riesigen Teil in meinem Alltag aus. In diesem Format stelle ich in unregelmäßigen Abständen fünf Alben vor, die mich in der letzten Zeit besonders beschäftigt haben.

Sonntag, 9. Juni 2019

Junot Díaz – Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao (2007)




Geschrieben von Alex

Der vorliegende Roman von dem dominikanisch-amerikanischen Schriftsteller Junot Díaz (2008 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet) hat es mir wieder einmal ganz und gar nicht leicht gemacht. Er erzählt eine leidvolle Immigranten-Familiensaga, ist durchdrungen von spanischen Begrifflichkeiten und wechselnden Erzählperspektiven. Es hat mir gefallen, aber der vollständige Zugang zu der Geschichte blieb mir bis zum Schluss verwehrt.

Sonntag, 2. Juni 2019

Laurence Sterne – Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman (1767)




Geschrieben von Maurice

Mit seinem Debut "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" konnte Laurence Sterne fast sofort seinen Durchbruch erzielen und viele große Autoren durch seinen fortschrittlichen und einzigartigen Stil posthum begeistern. Nietzsche sagte einmal, dass Laurence Sterne „der freieste Schriftsteller aller Zeiten“ sei. Und das stimmt. Zudem ist er aber auch nicht der Einfachste: Über 17 Zeilen erstreckt sich der erste Satz des neun Bände umfassenden Romans, der in einem Zeitraum von acht Jahren geschrieben und veröffentlicht wurde. "Shandy" ist keine leichte Lektüre, aber eine einzigartige, denn Sterne unterwirft sich keinerlei Regeln.