Sonntag, 10. Juni 2018

Philip Roth – Portnoys Beschwerden (1969)



Philip Roth, der seit vielen Jahren als Romancier des höchsten Ranges in der amerikanischen Literatur gilt, verstarb kürzlich im Alter von 85 Jahren. Sein selbst auferlegtes Ende der schriftstellerischen Karriere beschloss er bereits 2012, und nur durch einige Artikel und Interviews machte er danach noch auf sich aufmerksam. Seinen Tod nahm ich mir zum Anlass, endlich einen Roman von ihm zu lesen – Portnoys Beschwerden aus dem Jahre 1969 lag schon länger auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Zurück blieb ich mit sehr gemischten Gefühlen zu dem Buch.

Sonntag, 3. Juni 2018

Natsume Sōseki - Kokoro (1914)




Natsume Sōseki ist neben Ryūnosuke Akutagawa der wohl berühmteste und erfolgreichste Vertreter der modernen japanischen Literatur. Dieser Roman, dessen Titel übersetzt so viel wie „Herz“ bedeutet, gilt als sein Magnum Opus und als absoluter Klassiker in Japan. Da ich mich in nächster Zeit wieder vertieft mit japanischer Literatur auseinandersetzen möchte, war es für mich klar, dass ich mit diesem Buch anfangen wollte. Ich kann den Reiz des Buches verstehen, aber dennoch bin ich auf ein paar ideologische Fragestellungen gestoßen.

Samstag, 26. Mai 2018

Lewis Carroll – Alice’s Adventures in Wonderland & Through the Looking-Glass (1865/1871)




Die beiden Bücher über die kleine Alice, die in eine wundersame Welt hineingerät und allerhand Gestalten begegnet, haben einen so unumstrittenen Stellenwert in der englischsprachigen Literatur, wie nur wenige andere Werke. Die Bücher waren bereits bei Erscheinen ein riesiger Erfolg, und heute, etliche Verfilmungen und Adaptionen später, ist Alice ohne Zweifel ein zeitloser Klassiker geworden. Jeder Generation dienen die skurrilen Erzählungen Carrolls aufs Neue zum Staunen, zur Belustigung, auch zum Reflektieren. Die beiden Bücher zu lesen war mir eine Freude, jedoch nicht ganz ohne Abstriche.

Montag, 21. Mai 2018

Haruki Murakami - Von Beruf Schriftsteller (2015)




Mit diesem Buch liefert Murakami zwar nicht gerade eine umfassende Autobiographie, wie es ein Zitat auf der Rückseite propagiert, aber an Persönlichkeit fehlt es dennoch nicht. Es handelt sich um eine Sammlung von thematisch abgeschlossenen Texten über seinen schriftstellerischen Werdegang, seine Schreibgewohnheiten und vieles mehr. Als Zusatzinformation zu Murakamis Schaffensprozess ist es interessant und durchaus lesenswert.

Sonntag, 13. Mai 2018

Yasunari Kawabata - Die schlafenden Schönen (1961)




In „Die schlafenden Schönen“ verarbeitet der japanische Literaturnobelpreisträger eine Ausgangssituation, die geprägt ist von Mysterium, Zärtlichkeit, Selbstreflektion und Ästhetik. Mit großer Kunstfertigkeit geht er dabei ans Werk: es ist ein stilles, sensibles Buch, und höchst lesenswert.

Montag, 7. Mai 2018

God of War (2018)




„God of War“ ist das spektakuläre Comeback einer stagnierenden Serie von Videospielen um den göttermordenden Antihelden Kratos. Es hat nicht lange gedauert, bis es aus allen Richtungen Lobhudeleien und Superlative von einschlägigen Videospielportalen hagelte. 2013 kam mit „God of War: Ascension“ ein nur mehr „halbgarer vollwertiger“ Teil der Serie heraus; voran gingen drei Hauptspiele und zwei mobile Ableger – im Spielkonzept haben diese sich nie sonderlich voneinander unterschieden. Mit „God of War“ hat Entwickler Sony Santa Monica das Angestaubte erkannt und eine komplette Überarbeitung der „God of War“-Idee versucht. Solch hohe Bewertungen (ein bemerkenswerter Metascore von 94, bei über 100 Kritiken) verursachen naturgemäß eine enorm hohe Erwartungshaltung. Meiner Meinung nach haben die Bewertungen allesamt Recht. Es handelt sich in der Tat um ein ausgezeichnetes Videospiel mit nur wenigen Minuspunkten.

Mittwoch, 18. April 2018

Haruki Murakami - Die Ermordung des Commendatore (2017)




Murakami ist einer der wenigen zeitgenössischen Autoren, bei denen ich auf jedes neue Buch gespannt warte, welches ich dann blind und sofort kaufe. Nach seinem letzten Roman „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“, welchen ich ganz hervorragend fand, ist nun also sein neuester Roman, „Die Ermordung des Commendatore“, in zwei Bänden auf Deutsch verfügbar. Nach dem eher durchwachsenen Leseerlebnis eines älteren Murakamis, „Hard-boiled Wonderland“ im letzten Sommer, hatte ich ein paar Bedenken. Der „Commendatore“ konnte mir diese jedoch relativ schnell nehmen – er zählt definitiv zu den besseren Büchern des Autors.

Dienstag, 10. April 2018

Neil Gaiman – The Sandman (1989-1996)




Es passiert relativ selten, dass ich ganz nebenbei von einem Buch, einer Geschichte oder einem Setting erfahre, und sofort Lust bekomme, alles stehen und liegen zu lassen, nur um ausschließlich dort hinein zu tauchen. Zu groß ist mein Berg an ungelesenen Büchern, ungesehenen Filmen, ungespielten Spielen, als dass sich eine Geschichte da so vordrängeln könnte. Normalerweise. Denn „The Sandman“ hat es zustande gebracht, und der ungewöhnlich große Umfang von etwas über 2000 Seiten hat mich noch dazu sehr lange gebunden. Nach bisher nur einem eher unglücklichen Ausflug in die Manga-Welt (ein Band von „Ikigami“) war dies nun mein erster Comic überhaupt – und trotz aller anfänglichen Befremdung mit dem Medium habe ich jede Seite genossen.

Montag, 26. Februar 2018

Tschingis Aitmatow - Dshamilja (1958)



Dieser kurze Roman erzählt in erster Linie eine große Liebesgeschichte, so groß, dass es schon faszinierend ist, wie Aitmatow das Ganze auf gerade mal 100 Seiten auszubreiten schafft. Ich habe ihn fast am Stück durchgelesen; einerseits, weil es bei dem Umfang machbar ist, andererseits, weil er gerade in der zweiten Hälfte enorm fesselnd wurde.

Mittwoch, 21. Februar 2018

J. D. Salinger – The Catcher in the Rye (1951)




Tatsächlich war es dieser Roman, der mich im jugendlichen Alter ursprünglich für die ernstere Literatur begeistern konnte. Seitdem ist es unumstößlich unter meinen Lieblingsbüchern, ich habe es nunmehr bereits zwei Mal auf Deutsch und jetzt zum dritten Mal auf Englisch gelesen. Die Originalsprache ist wirklich der way-to-go, wenn es um dieses Buch geht; die Wortwahl ist nicht sehr anspruchsvoll, und die geschaffene Atmosphäre ist hier ungleich intensiver, einfach besser. Auch nach so vielen Durchgängen hat sich meine Begeisterung für das Buch nicht im Geringsten vermindert.

Samstag, 10. Februar 2018

Jean-Paul Sartre - Der Ekel (1938)




Sartre war einer der größten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Er war ein Hauptvertreter des Existenzialismus und legte mit seinem monumentalen Werk „Das Sein und das Nichts“ das Fundament für diese Philosophie. „Der Ekel“ ist der erste und einer der wichtigsten Romane, der die existenzialistischen Ideen zu verarbeiten versuchte. Dem zunächst einseitig, später nahezu vollständig erblindeten Sartre wurde 1964 der Literaturnobelpreis zugesprochen, den dieser allerdings ablehnte entgegenzunehmen.